Mittwoch, 20. April 2011

Brücke über der Rheintalbahn zwischen Schuttern und Oberschopfheim wird abgebrochen / Gemeinde will für eine Ersatzbrücke sorgen

Die DB-Brücke über der Rheintalbahn zwischen Schuttern und Oberschopfheim wird in der Nacht vom 22. zum 23. April 2011 abgebrochen. Weil die Brücke in einem äußerst desolaten Zustand ist, bestehen erhebliche Gefahren für den Zugverkehr und die Nutzer der Brücke.

Ursprünglich sollte die DB-Brücke saniert werden, nachdem erhebliche Mängel des Brückenbauwerks im Frühjahr 2010 festgestellt wurden. Die von der DB durchgeführten nächtlichen Gleissperrungen wurden für detaillierte Untersuchungen und erste Sanierungsarbeiten genutzt. Aufgrund vorhandener massiver Beschädigungen (Rost, Frostschäden, lose Bauteile) und der damit verbundenen Traglastminderung wurde die Brücke unverzüglich noch in der Nacht vom 19. auf den 20. Juni 2010 für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt.

In einem Gutachten vom 1. Juli 2010 wurde festgestellt, dass der Abbruch der Brücke binnen 12 Monaten erfolgen soll, da die Brücke desolat und eine Sanierung aus fachlicher Sicht nicht möglich ist. 

Da die Rheintalbahn in den Nächten vom 22./23. April sowie vom 23./24. April 2011 gesperrt ist, kann dieses Zeitfenster zum Abbruch der Brücke genutzt werden. Die Gemeinde geht von Abbruchkosten in Höhe von mindestens 150.000 Euro aus.

Ziel der Gemeinde ist es, für eine Ersatzbrücke zu sorgen.

Wenn die statischen Voraussetzungen vorliegen, soll die Traglast einer neuen Brücke von derzeit 3 Tonnen auf zukünftig 30 Tonnen erhöht werden. Der Kostenunterschied zwischen dem Neubau einer Brücke mit einer Traglast von 12 Tonnen (Mindeststandard) und einer Brücke mit einer Traglast von 30 Tonnen beträgt etwa 10 - 15 Prozent der Gesamtkosten.  Die Kosten für den Neubau können sich zwischen 180.000 und 420.000 Euro bewegen.

Die statischen Untersuchungen wegen der Tragfähigkeit der Widerlager (Brückenpfeiler) sind in Kürze abgeschlossen. Die endgültigen Untersuchungen können erst nach Abbruch der Brücke erfolgen. Sollten aus statischen Gründen keine Bedenken gegen einen Brückenneubau bestehen, reicht die Gemeinde den Bauantrag bei der DB ein.

Die DB-Brücke wurde 1910 in Betrieb genommen. Mit Inkrafttreten des Eisenbahnerneuerungsgesetzes am 1. Januar 1994 ging das Eigentum an der Brücke auf die Gemeinde Friesenheim über. Die Gemeinde hatte sich gegen die erzwungene Übernahme erfolglos gewehrt.  

Die Gemeinde erwartet nun, dass die DB die Kosten für den Abbruch und den Neubau der Brücke übernimmt. Insbesondere auch deshalb, weil die DB im Rahmen der Planungen für das 3./4. Gleis zugesichert hatte, die Brücke abzubrechen und durch eine neue leistungsfähigere Brücke zu ersetzen.  Diesbezüglich erfolgen Verhandlungen mit der DB. Die Gemeinde wird alle rechtlichen und politischen Möglichkeiten nutzen.

Der Gemeinderat wird in nächster Zeit über eine finanzielle Vorleistung der Gemeinde und über den Zeitpunkt der Realisierung eines Brückenneubaus beraten.