Donnerstag, 2. Februar 2012

Eckart Fricke, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG, zu Besuch in Friesenheim / Gemeinde Friesenheim weist auf dringliche Probleme durch den eingetretenen Planungsstillstand zum 3. und 4. Gleis hin / Bürgermeister Roesner fordert zügigen Neubau der Brücke über der Rheintalbahn zwischen Schuttern und Oberschopfheim

Im Rahmen eines Gemeindebesuches konnte sich Eckart Fricke, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG (DB) für das Land Baden-Württemberg und Matthias Hudaff, Leiter des DB Großprojektes Karlsruhe - Basel sowie der Bundestagsabgeordnete Peter Weiß vor Ort über die negativen Auswirkungen des eingetretenen Planungsstillstandes zum 3. und 4. Gleis ein Bild machen.

Die Gemeinde hatte sich vor vielen Jahren für die so genannte „Antragstrasse" im Rahmen der Neubauplanung ausgesprochen und sich für eine zeitnahe Umsetzung der Planung eingesetzt. Bürgermeister Roesner nutzte nun die Gelegenheit, um wiederholt auf die dringlichsten Probleme aufmerksam zu machen. So bestehe insbesondere ein dringender Handlungsbedarf hinsichtlich des Neubaus der Brücke über der Rheintalbahn zwischen Schuttern und Oberschopfheim.

Brücke über der Rheintalbahn zwischen Schuttern und Oberschopfheim

Weil die DB-Brücke in einem äußerst desolaten Zustand war, musste sie im April 2011 aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden. Die Kosten für den Abbruch in Höhe von ca. 250.000 € wurden von der Gemeinde getragen.  Ziel der Gemeinde ist es, für eine Ersatzbrücke zu sorgen.

Die Gemeinde erwartet nun, dass die Kosten für den Abbruch und den Neubau der Brücke im Rahmen des Bahnbauprojektes übernommen werden.

Ursprünglich stand diese Brücke in der Unterhaltung der Deutschen Bahn AG. Mitte der 90er Jahre wurde die Brücke von der DB AG notdürftig saniert und der Gemeinde kraft Gesetz übertragen – gegen deren Willen.  Damals wurde der Gemeinde zugesichert, dass das  3./4. Gleis bis 2010 gebaut und im Rahmen des Bahnbauprojektes eine neue Brücke errichtet werde.

Vor diesem Hintergrund akzeptierte die Gemeinde dieses keineswegs erwünschte „Geschenk" und die notdürftige Sanierung. Seit dieser Zeit sind mittlerweile rund 15 Jahre vergangen, ohne dass ein Planfeststellungsbeschluss und somit ein Brückenneubau auch nur in greifbarer Nähe wäre. Ein Beginn der Baumaßnahme ist noch nicht einmal mittelfristig erkennbar.

Der Gemeinde fehlt der Verkehrsweg zwischen Schuttern und Oberschopfheim sehr. Daher appellierte Bürgermeister Armin Roesner an Eckart Fricke, Matthias Hudaff und den Bundestagsabgeordneten Peter Weiß, im Vorgriff auf die kommende Baumaßnahme im Bereich des dritten und vierten Gleises den Neubau der Brücke umgehend anzugehen.

Fricke betonte, dass sich die DB weiterhin für die Antragstrasse ausspreche. Im Projektbeirat werde derzeit die Alternative „autobahnparallele Trasse" untersucht. Bevor eine Entscheidung zugunsten einer Variante gefällt wird, könne aus Sicht der DB kein Neubau der Brücke erfolgen. Grundsätzlich bekenne sich die DB zur Antragstrasse neben den bestehenden Gleisen und daher auch zum projektbezogenen Neubau der Brücke.   

Die Gemeinde Friesenheim will nun die durch den Abbruch weggefallene Wegeverbindung Schuttern - Oberschopfheim dauerhaft sichergestellt haben, damit sich ein mehrjähriges Fehlen der Brücke nicht negativ auswirkt. Sie wird daher einen entsprechenden Antrag beim Eisenbahnbundesamt einreichen.

Vor Abbruch der Brücke existierten auf dem gesamten Gemeindegebiet auf über sechs km Länge nur zwei Brücken über die Rheintalbahn. Diese stellten stark genutzte Wegeverbindungen dar.

Roesner nutzte die Gelegenheit, um Fricke und Hudaff bei einem  gemeinsamen Vor-Ort-Termin die Situation aufzuzeigen. An dieser Gesprächsrunde nahmen auch die Ortsvorsteher Michael Jäckle (Oberschopfheim), Martin Buttenmüller (Schuttern) sowie die Fraktionsvertreter des Gemeinderates (Dr. Gerhard Homberg, Ute Beiser, Dietmar Kairies, Fred Kletzin) teil. 

Roesner machte deutlich, dass noch weitere „Baustellen" bestehen, die dringend gelöst werden sollten.

Behindertengerechter Ausbau Bahnhof / Bahnhofsumfeld

So ist der derzeitige Bahnhof nicht behindertengerecht ausgebaut. Durch den derzeitigen Planungsstand verzögert sich dieses Vorhaben weiterhin.
Ein entsprechender behindertengerechter Ausbau war im Rahmen des Ausbaus des 3./4. Gleises geplant.      

Bahnhofsareal

Wenig erfreut zeigte sich Roesner über das Erscheinungsbild des Bahnhofs Friesenheim. Das gesamte Areal werde von der DB seit Jahren nicht mehr angemessen unterhalten und gepflegt. Das dadurch entstandene abweisende Erscheinungsbild regt nicht eben zur Benutzung der Bahn ein. Was wiederum zu einer geringen Taktfrequenz, schlechten Verbindungen zu anderen öffentlichen Verkehrsmitteln und zu weniger Zughalten führt.

Damit verbunden ist auch, dass der Öffentliche Personennahverkehr nicht im gewünschten Maße genutzt wird und sogar eine bestehende Verbindung wieder gefährdet ist. 

Radweg / Querungshilfen

Ebenso verhält es sich mit dem geplanten Radweg bei der Straßenüberführung auf der L 118. Auch dieser in den Planungen der Deutschen Bahn vorgesehene Radweg wird aufgrund der eingetretenen Verzögerungen auf unbestimmte Zeit verschoben. Damit verbundene Querungshilfen auf der L118 (Bahnhofstraße auf Höhe der Industriestraße) werden ebenfalls dringend benötigt und schmerzlich vermisst.

Aufweitung Dorfbachdurchlass

Auch die dringend notwendige Aufweitung des Durchlasses im Zug des Friesenheimer Dorfbachs, die zu einer deutlichen Verbesserung des Hochwasserschutzes der Gemeindegebiete führt, kann nicht in Angriff genommen werden.