Flüchtlingsunterbringung auf FLughafenareal geplant - Bürgerinformation am 24.11.2014 

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Aktuell trifft eine stetig steigende Zahl von Flüchtlingen in Deutschland ein. Der Ortenaukreis rechnet nun damit, dass bis Ende des Jahres ca. 300 Personen eine Unterbringung benötigen und hat daher die Bemühungen weiter intensiviert, geeigneten Wohnraum zu finden.

Der Landkreis hat sich daher entschieden, auf dem ehemaligen Militärflughafen in Lahr (Westareal) ein früheres Militärverwaltungsgebäude (N 40) im Bereich der nördlichen Traube für die Unterbringung von Flüchtlingen von der IGZ GmbH anzumieten. 

Ein beschriftetes Luftbild finden Sie hier.

Die IGZ GmbH ist vom interkommunalen Zweckverband Gewerbepark Raum Lahr (IGP) mit der Verwaltung der Liegenschaften und bestehenden Gebäude beauftragt.

Die geplante Unterbringung im Gebäude N 40 wird vom Landkreis gegenüber einer Unterbringung in bspw. Schulsporthallen favorisiert, da das Gebäude an sich sehr gut für die Flüchtlingsunterbringung geeignet ist. Es verfügt über viele abgetrennte Zimmer und kann relativ zügig für die Unterbringung von Flüchtlingen hergerichtet werden. Bis zu 150 Flüchtlinge können hier vorübergehend untergebracht werden.

Der Standort kann sicherlich nicht als „Idealstandort“ bezeichnet werden. Daher geht die Gemeinde Friesenheim davon aus, dass das Gebäude N 40 nur vorübergehend für die Unterbringung von Flüchtlingen verwendet wird. Der Mietvertrag beläuft sich zunächst auf 1 Jahr mit einer Option auf maximal ein weiteres Jahr.

In den kommenden Wochen müssen für diesen Standort u.a. noch Fragen der Anbindung an den ÖPNV, der sozialen Integration (u.a. Schulen, Kindergarten), der ärztlichen Versorgung sowie der Abwasserentsorgung besprochen und geklärt werden. Landrat Frank Scherer betont, „dass der besondere Standort auch eine besondere Integrationskonzeption erfordere und der Landkreis hierfür auch die zusätzlich notwendigen Mittel bereitstellen möchte.“

Bürgermeister Roesner stellte fest, „dass der Standort sicherlich nicht ideal sei, die Gemeinde jedoch große Anstrengungen unternehmen werde, um eine gute Unterbringungsituation zu schaffen. Unsere Integrationsbemühungen werden entscheidend zur Unterbringungsqualität der Flüchtlinge beitragen. Ich möchte daher unsere Bürgerinnen und Bürger sowie soziale Einrichtungen und Organisationen aufrufen, sich unserem Engagement anzuschließen. Wir sind auch auf die Eigeninitiative aus der Bürgerschaft angewiesen.“

Speziell zum Thema der Flüchtlingsunterbringung wird daher am Montag, 24.11.2014, um 17 Uhr im Bürgersaal (Neues Rathaus) eine Bürgerinformationsveranstaltung stattfinden. Danach plant die Gemeinde einen Runden Tisch zum Thema zu initiieren.

In Friesenheim ist ab dem kommenden Jahr der Bau eines neuen Flüchtlingswohnheims im Areal „Am Bahnhof“ geplant. Ein Teil der Aufnahmekapazitäten des Gebäudes auf dem Flugplatz soll dann auf den Neubau in Friesenheim übergehen.

Für die so genannte Anschlussunterbringung stellt Friesenheim aktuell 24 Plätze zur Verfügung. An den Standorten Adlerstraße, Lohstraße, Luisenstraße und Oberschopfheimer Straße sind derzeit Familien, Geschwisterpaare und Einzelpersonen untergebracht.