Dienstag, 1. August 2017Erholungseinrichtung "Ölbrunnen" wurde erneuert

Ölbrunnen

Auf dem Gelände von Johannes Graf von Westphalen wurde am Dienstag, 1. August die neu gestaltete Erholungseinrichtung „Ölbrunnen“ eingeweiht. Idyllisch mitten im Wald befindet sich ein Brunnen, der zum Verweilen und Erfrischen einlädt. Neu hinzu kamen eine Sitzbank sowie eine kleine Brücke, die den Platz aufwerten. Stellvertretende Bürgermeisterin Charlotte Schubnell bedankt sich beim Graf von Westphalen für die Bereitstellung seiner Fläche sowie bei Christian Junele, den Waldmitarbeitern und dem Friesenheimer Bauhof für die intensiven Arbeiten und die gelungene Gestaltung des Ölbrunnens.

„Die Gemeinde Friesenheim hat mit der Umgestaltung am Ölbrunnen einen tollen Erholungsort gewonnen“, sagt Charlotte Schubnell zur Einweihung vor Ort. „Für die naturverbundenen Bürgerinnen und Bürger ist dieser Platz etwas ganz besonderes. Ruhe und Entspannung werden hier groß geschrieben und heutzutage gibt es wahrscheinlich nichts Wichtigeres.“

Die Instandsetzungsmaßnahmen dauerten knapp zwei Wochen und wurden in der Zeit vom 29.09 bis zum 10.10.2016 durchgeführt.

Der Ölbrunnen befindet sich unterhalb des Ölbrunnenwegs und liegt im Eigentum von Johannes Graf von Westphalen.

Die Bauarbeiten wurden vom stellvertretenden Revierleiter Christian Meßner gemeinsam mit zwei Lehrlingen und dem Bauhof von Friesenheim erledigt. Dabei wurde der versumpfte Oberboden abgetragen, Grobschutter mit Deckauflage eingebaut, ein Graben gezogen und darüber eine Brücke gebaut. Am Ende steht eine neue Sitzbank. Revierleiter Christian Junele übernahm die Organisation und Realisation des Projektes.

Die Gesamtkosten, die durch die Reparaturen an der Erholungsstätte entstanden sind, belaufen sich auch ca. 3.000 Euro.

 

Die Sagen vom Ölbrunnen und dem Giesenbach

An der Stelle, wo heute das frische Wasser aus dem Boden quillt, soll sich früher eine Ölquelle befunden haben. Bedingt durch die vorhandene Gemarkungsgrenze kam es zu einem Streit zwischen den Eigentümern, zwei Bauern aus Friesenheim und Reichenbach. Der Streit wurde heftig und bösartig geführt.  Als Strafe für den unchristlichen Streit versiegte die Ölquelle, seitdem fließt aus dem Ölbrunnen nur noch klares Quellwasser.

Unterhalb des Ölbrunnen liegen im Giesen die sogenannten Silberlöcher. Vor vielen Jahrhunderten wurde hier Silberbergbau betrieben. Viele Leute aus Friesenheim und Reichenbach verdienten hier ihren Lebensunterhalt. Vor der Einfahrt in die tiefen Stollen sprachen die Bergleute jeweils ein Gebet. Eines Tages unterließen die Grubenarbeiter leichtsinnigerweise das Beten. Das Bergwerk stürzte darauf ein und begrub viele Menschen unter sich. Bei diesem Unglück kamen so viele Bergleute um das Leben, daß das Wasser des Giesenbaches vom Blut der Getöteten rot gefärbt war.

Ekkehard Klem

 

Quellen:

Otto Hagmeier, Die Silberlöche und Steinbrüche, Ev. Kirchenbote Friesenheim vom 8. Dezember 1929

Alfons Vögele, Sagen aus Reichenbach, Chronik Reichenbach, 1986

Ekkehard Klem, Brunnen in und um Friesenheim, Beiträge zur Heimatgeschichte Friesenheim,  Heft 5, 1989